Bei einem Stromausfall im Winter sinkt die Raumtemperatur um ca. 1–2 °C pro Stunde, je nach Isolation des Gebäudes. Wer die richtigen Maßnahmen ergreift, kann die Wärme deutlich länger erhalten.
Strategie 1: Das Eine-Zimmer-Prinzip
Die wichtigste Maßnahme: Alle Familienmitglieder in einem einzigen kleinen Zimmer zusammenziehen. Körperwärme von 4 Personen liefert ca. 400 Watt Wärme. Türen schließen, Decken vor Türritzen hängen.
- Inneres Zimmer ohne Außenwände wählen
- Zimmer mit wenig Fensterfläche bevorzugen
- Kellerräume meiden (feucht und kalt)
Strategie 2: Fenster und Türen isolieren
Bis zu 40 % der Wärme geht über Fenster verloren. Diese Haushaltsmittel helfen:
- Decken und Vorhänge vor alle Fenster hängen
- Zeitungen als Polster in Fensterrahmen-Ritzen stopfen
- Alufolie hinter Heizkörpern als Wärmereflexion (schon vorher montieren!)
- Teppiche auf den Boden: Bis zu 10 % Wärmeverlust über den Boden
- Türspaltdichter: Handtuch an die Türunterkante legen
Strategie 3: Kleidung als Heizsystem
Mehrere dünne Schichten wärmen besser als eine dicke. Die Zwiebel-Methode:
- Funktionsunterwäsche direkt auf der Haut (Wolle oder Merino ideal)
- Fleece-Pullover oder Thermojacke
- Winddichte Außenlage
- Mütze! Über 30 % der Körperwärme geht über den Kopf verloren
- Schlafsäcke: Auch drinnen nutzen – Outdoor-Schlafsäcke bis -10 °C kosten ab 40 €
Was ist die Mindesttemperatur?
Laut Gesundheitsbehörden sollte die Raumtemperatur nicht unter 15 °C fallen. Unter 8 °C droht Unterkühlung, besonders bei Säuglingen und älteren Menschen. Das sind Ihre Richtwerte für Evakuierungsentschlüsse.
Fazit
Das Ein-Zimmer-Prinzip + Zwiebel-Kleidung + Fensterabdichtung können die Raumtemperatur im Winter um mehrere Stunden über dem kritischen Bereich halten. Kombiniert mit einem Teelichtofen überbrückt man auch längere Ausfälle sicher.